Logo Crowlight Partners

Call us in Germany
+49 228 707 8670

Call us in Switzerland
+41 32 510 4122

We’ll take your call 24/7
Mon-Sun: 0.00-24.00

Macht

Menschen sprechen gern über Fairness. Gerade dann, wenn die Machtverhältnisse gegen sie laufen.

Augustus sagt das nicht laut. Man sieht ihm an, dass er es denkt.

Die Diskussion beginnt harmlos. Konfuzius betrachtet Respekt. Vertrauen. Legitimität.

Dann lehnt sich Augustus zurück. „Ihr sprecht ständig darüber, wie Menschen behandelt werden wollen. Warum spricht niemand darüber, warum sie überhaupt zuhören?”

Franklin stellt sein Glas ab. Das ist selten ein gutes Zeichen.

„Weil Macht ohne Legitimität instabil ist,” gibt Konfuzius zu bedenken.

Augustus nickt. „Richtig.” Kurze Pause, dann: „Und Legitimität ohne Macht?” Noch kürzere Pause. „Irrelevant.”

Maimonides missbilligt den Satz. Machiavelli gefällt er ausgesprochen gut.

Die Wahrheit ist unbequem: Die meisten Verhandlungen werden nicht durch das beste Argument entschieden. Sondern durch die bessere Alternative.

Wer Zeit hat, verhandelt anders. Wer Optionen hat, verhandelt anders. Wer nicht abschließen muss, verhandelt anders.

Deshalb beginnt professionelle Verhandlungsvorbereitung selten mit Argumenten. Sondern mit einer Frage: Wer braucht die Einigung mehr?

„Die amerikanische Revolution wurde nicht gewonnen, weil die Kolonien recht hatten” wirft Machiavelli ein.

Franklin hebt eine Augenbraue: „Sondern?”

„Weil sie irgendwann mehr Optionen hatten als die Krone.”

Franklin schweigt. Das ist bemerkenswert.

In komplexen Verhandlungen wird Macht oft moralisch bewertet. Das ist verständlich. Hilft aber selten.

Macht ist zunächst keine Tugend. Und kein Makel. Macht ist eine Variable. Wer sie ignoriert, versteht die Verhandlung nicht.

Sokrates blickt in die Runde. „Interessante Diskussion. Aber woran erkennt eigentlich jeder von Euch seine eigene Macht?”

Niemand antwortet sofort.

👉 Augustus würde sagen: Die Stärke Ihrer Verhandlungsposition wird durch die Qualität Ihrer Alternativen bestimmt. Sokrates würde fragen: Und kennen Sie Ihre Alternativen wirklich?