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CEO Espresso Highlights 2025: Kultur

CEO Espresso highlight 2025 Culture

Wie weiß eine Führungskraft, ob die Kultur stimmt?

Nicht durch die jährliche Mitarbeiterbefragung. Nicht durch das Leitbild an der Wand. Sondern durch das, was täglich passiert — oder eben nicht.

Die Antworten unserer Gesprächspartner waren erfrischend konkret.

🔷 Guillaume Dubrule, CEO von Rexel Germany: „Trauen sich Menschen, mich mit etwas zu konfrontieren, das mich im ersten Moment irritiert? Das ist für mich das stärkste Zeichen.“

🔷 Emmanuel Chéret, CEO von bsurance: „Widerspruch ist bei uns willkommen. Wenn Menschen sich sicher genug fühlen, um zu widersprechen, dann ist Vertrauen vorhanden.“

🔷 Stefan Günzel, Geschäftsführer von INNOSYSTEC: „Eine gesunde Fluktuation. Nicht zu viel, nicht zu wenig. Null Fluktuation klingt gut — ist es aber nicht.“

Drei verschiedene Antworten. Und doch beschreiben alle dasselbe Phänomen: Gesunde Kultur zeigt sich nicht in Harmonie, sondern in der Fähigkeit, Reibung zuzulassen.

Dubrule bringt es auf den Punkt: Kultur lässt sich nicht verordnen— man kann sie nur vorleben. Der Beweis dafür ist nicht die Stimmung im All-Hands-Meeting. Es sind die Momente, in denen jemand, den er selten sieht, trotzdem den Mund aufmacht.

Chérets Maßstab ist verwandt, aber schärfer: Widerspruch setzt Sicherheit voraus. Wer widerspricht, riskiert etwas. Tut er es trotzdem, zeugt das von einer Kultur von Offenheit.

Günzels Hinweis auf die Fluktuation ist dabei vielleicht der ehrlichste Gradmesser von allen. Null Fluktuation bedeutet nicht, dass alle glücklich sind. Es kann auch ein Zeichen von Kapitulation sein, von gefährlichem Stillstand.

Kultur lässt sich nicht verordnen. Aber sie lässt sich ablesen — jeden Tag, in kleinen Signalen.