2021 hat im Einkauf eine Erfahrung hinterlassen: Auf die Chipkrise folgten volle Lager, auf die Panik der Preisverfall. Wer damals nicht hektisch nachbestellte, hatte später zumindest nicht mit Überbeständen zu kämpfen.
Genau diese Erfahrung könnte jetzt teuer werden.
Der neue Bericht „EMS & ODM Global 100“ von in4ma market research und EMSNOW ist da deutlich. Die aktuelle Knappheit bei Leiterplatten wird von struktureller Nachfrage getrieben und verschwindet nicht zum Jahresende. KI-Server brauchen andere Laminate, anderes Glasgewebe, andere Kupferfolie. Die Hersteller verlagern ihre Kapazität dorthin, weil die Margen dort deutlich höher sind. Für Standardware bleibt weniger übrig. Manche Leiterplattenhersteller nehmen Standardaufträge gar nicht mehr an.
Die Preisanstiege laut Bericht:
- Glasgewebe 7628: +185–210 %
- zweilagige Standard-Leiterplatte: +40–60 %
- Vierlagen-Multilayer: etwa +100 %
Entspannung erwartet der Markt bei Leiterplatten frühestens in der zweiten Jahreshälfte 2027, bei Glasgewebe kaum vor 2028.
Wer heute abwartet, wettet also auf eine Wiederholung der Chipkrise. Diese Wette kann man eingehen. Man sollte nur wissen, dass man sie eingeht.
Eine Frage, an der sich das schnell zeigt: Wenn Ihr Einkaufspreis steigt, bevor Ihr Kunde bestellt – wer trägt die Differenz, Sie oder er?
Quelle: EMS & ODM Global 100, in4ma / EMSNOW, 2026. Den vollständigen Bericht stellen in4ma und EMSNOW kostenlos zur Verfügung.




