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Branchen

Leiterplatten & Halbleiter

Glasgewebe, Kupferfolie, Laminat und Leiterplatten werden zugeteilt. Welche Kunden noch berücksichtigt werden und in welchem Umfang, hängt von Größe, Forecast-Qualität und strategischer Priorität ab und von den Vereinbarungen, die bereits bestehen.

Wir arbeiten mit OEMs, Tier-1-Zulieferern, EMS-Dienstleistern und Leiterplattenherstellern daran, dass sie in einem Markt unter Zuteilung ihre Margen schützen, ihre Versorgung sichern und ihre Risiken begrenzen können.

Ein Verkäufermarkt, der sich so schnell nicht dreht

Leiterplatten in Nahaufnahme

KI-Server können fünf- bis siebenmal mehr Laminat benötigen als herkömmliche Server. Neue Kapazität folgt langsam: Der Ausbau der Laminatfertigung braucht 18 bis 36 Monate Anlauf, und hochwertiges Glasgewebe kommt von wenigen Anbietern. Laminathersteller verlagern Kapazität zu den High-End-Materialien, die diese Server brauchen, und die Kapazität für Standard-FR-4 schrumpft. Manche Leiterplattenhersteller nehmen gar keine Standardaufträge mehr an.

Anders als in der Chipkrise 2021 treiben diesmal keine Panikkäufe und Doppelbestellungen die Knappheit. Sie beruht auf struktureller Nachfrage und verschwindet nicht mit der nächsten Lagerkorrektur.

Heute entscheiden die Lieferanten, wer wie viel bekommt. Mengen werden für Wochen statt Monate bestätigt, Preise zunehmend erst bei Lieferung. Zuerst beliefert werden Kunden mit großen Volumina, verlässlichen Forecasts und langfristigen Zusagen.

Die Preise sind gefolgt. Zweilagige Standard-Leiterplatten haben sich um 40 bis 60 Prozent verteuert, Vierlagen-Leiterplatten um rund 100 Prozent, Standard-FR-4-Laminat um 180 bis 210 Prozent. Selbst die größten EMS-Dienstleister erzielen im Schnitt operative Margen unter vier Prozent; Steigerungen dieser Größenordnung lassen sich nicht auffangen. Wer sie nicht weitergeben kann, zahlt sie aus dem eigenen Ergebnis.

Viele Einkäufer verhandeln noch, als hätte sich nichts geändert: feste Jahrespreise, Cost-down-Ziele, Abrufe nach Bedarf. In einem Zuteilungsmarkt macht diese Logik sie zu dem Kunden, der zuletzt beliefert wird. Zugleich endet der Blick oft beim direkten Lieferanten, während der Engpass zwei oder drei Stufen tiefer in der Kette liegt.

Gleichzeitig spaltet sich der Markt. Eine Handvoll großer EMS- und ODM-Gruppen gewinnt den Großteil des KI-Geschäfts und wächst rund viermal so schnell wie der Rest. In Europa teilen sich rund 2.300 EMS-Unternehmen einen Markt, den in den USA 1.500 bedienen, und Übernahmen nehmen zu. Für mittelständische Unternehmen geht es deshalb nicht mehr nur darum, die Versorgung zu sichern, sondern auch darum, wo sie in diesem Markt stehen wollen.

Bei Halbleitern stellen sich dieselben Fragen in einem politischen Rahmen. Souveränität, Versorgungssicherheit und öffentliche Förderung bringen mehr Parteien an den Tisch und machen Lieferverträge zu Verhandlungen, in denen es um mehr geht als den Preis.

Quelle: EMSNOW/in4ma, The EMS & ODM Global 100 Report, 2026.

Gespräch unter Kollegen im Büro

Was wir aus der Branche hören

  • Der Lieferant bestätigt Mengen nur wenige Wochen im Voraus und Preise erst bei Lieferung.
  • Der größte Kunde erwartet weiterhin jährliche Preissenkungen, während die Materialkosten steigen.
  • Eine Preisgleitklausel liegt auf dem Tisch, aber niemand hat sich auf Index, Auslöser und Überprüfungstermin geeinigt.
  • Einkauf, Entwicklung und Vertrieb sehen jeweils einen Teil des Risikos, und niemand hat das Mandat zu entscheiden.
  • Als Leiterplattenhersteller teilen Sie knappe Kapazität selbst zu und brauchen Kriterien, die Ihre Kunden akzeptieren.
  • Ein langjähriger Lieferant bietet für Standard-Leiterplatten nicht mehr an, weil besser bezahlte Aufträge seine Kapazität füllen.
  • Die Materialkosten steigen schneller als Ihre eigenen Preise, und Ihre Marge war schon vorher knapp.

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Woran wir mit Ihnen arbeiten

Wir konzentrieren uns auf die Hebel, die Ihre Position spürbar verbessern können. Sie hängen von der Größe eines Unternehmens ab, von seinem Wettbewerbsumfeld und von seiner Stufe in der Wertschöpfungskette:

Ein EMS-Dienstleister mit dünner Marge, dem die Kunden die Leiterplattenlieferanten vorschreiben, wird zuerst prüfen, wer das Preisrisiko zwischen Angebot und Auftrag trägt und was er weitergeben kann.

Ein OEM, der nur Funktion und Footprint vorgibt, hat mehr Spielraum, als er denkt. Alternative Materialien freizugeben kann mehr wert sein als die nächste Preisrunde.

Ein Tier-1-Zulieferer zwischen steigenden Einkaufspreisen und festen OEM-Preisen braucht eine Position nach beiden Seiten, bevor die nächste Verhandlung beginnt.

Ein Leiterplattenhersteller, der knappe Kapazität selbst zuteilt, hält einen Hebel in der Hand, den seine Kunden selten sehen, und braucht Regeln für dessen Einsatz, die diese Kunden akzeptieren.

Welche Hebel zählen, hängt davon ab, wo Sie in der Kette stehen, von Ihren Fähigkeiten, Ihrer Liquidität, Ihrer Kundenstruktur und Ihrer Lieferantenbasis. Wir erarbeiten sie mit Ihnen, von Maßnahmen, die binnen Wochen wirken, bis zu Veränderungen in Prozessen, Organisation und Strategie. Statt eine fertige Lösung mitzubringen, setzen wir bei Ihren Zahlen, Ihren Verträgen und Ihren Beziehungen an.

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